
Website-Relaunch-Checkliste: der Projektplan von der Analyse bis zum Go-Live
Ein Relaunch scheitert selten am Design und fast immer an der Vorbereitung. Wer ohne Plan loslegt, merkt die Lücken erst, wenn es teuer wird: wenn nach dem Go-Live der Suchverkehr wegbleibt, ein Formular ins Leere läuft oder eine wichtige Seite plötzlich nicht mehr auffindbar ist. Eine gute Checkliste verhindert genau das. Sie macht aus einem unübersichtlichen Projekt eine geordnete Abfolge, bei der nichts vergessen wird, und sie sorgt dafür, dass die unsichtbare Arbeit, die über Erfolg oder Misserfolg entscheidet, nicht hinten runterfällt.
Dieser Beitrag führt durch die sechs Phasen eines Relaunches, benennt die typischen Stolpersteine je Phase und endet mit einer kompakten Kurz-Checkliste zum Abhaken. Den Gesamtüberblick, was ein Relaunch ist und wann er sich lohnt, finden Sie im Leitfaden zum Website-Relaunch.
Phase 1: Analyse und Bestandsaufnahme
Am Anfang steht kein Entwurf, sondern eine Inventur. Drei Dinge müssen auf den Tisch: eine vollständige Liste aller bestehenden Adressen (URLs), eine Übersicht, welche Seiten gut bei Google ranken und Anfragen bringen, und eine ehrliche Einschätzung, welche Inhalte überholt, doppelt oder überflüssig sind. Die URL-Liste ist dabei die wichtigste Grundlage: Ohne sie lässt sich später nicht sicherstellen, dass jede alte Adresse beim Umzug ein neues Ziel bekommt. Wer diese Phase überspringt, baut blind und riskiert genau die Sichtbarkeitsverluste, die ein Relaunch eigentlich vermeiden sollte.
Praktisch heißt das: die Seite mit einem Crawler vollständig erfassen, die Daten aus der Google Search Console und dem Analyse-Werkzeug heranziehen und alles in einer Tabelle zusammenführen, die später zum Weiterleitungsplan wird. Wichtig ist, dabei auch die Seiten zu erfassen, die nicht in der Navigation stehen, aber Verkehr bringen, alte Blogbeiträge, eingebundene PDFs, Landing-Pages aus früheren Kampagnen. Gerade diese stillen Treffer gehen beim Umzug am leichtesten verloren.
Phase 2: Ziele und Struktur festlegen
Bevor irgendetwas gestaltet wird, wird festgelegt, was die neue Seite erreichen soll und wie sie aufgebaut ist. Diese Informationsarchitektur, also welche Inhalte wo liegen und wie man dorthin navigiert, entscheidet maßgeblich darüber, ob Besucher finden, was sie suchen. Untersuchungen zur Benutzerführung, etwa der Nielsen Norman Group, zeigen seit Jahren, dass eine an den Bedürfnissen der Nutzer ausgerichtete Struktur weit mehr bringt als jede gestalterische Spielerei: Menschen scannen Seiten, sie lesen nicht; sie erwarten Begriffe an Stellen, an denen sie sie vermuten; und sie springen ab, wenn die Navigation der internen Logik eines Unternehmens folgt statt ihrer eigenen.
Die Struktur sollte deshalb aus der Perspektive des Besuchers entstehen, nicht aus dem Organigramm. Hier wird auch entschieden, welche alten Inhalte bleiben, welche zusammengeführt und welche gestrichen werden. Ein häufiger Fehler ist, die alte Struktur einfach zu übernehmen, weil man sie kennt, und damit auch ihre Schwächen mitzunehmen.
Phase 3: Design und Inhalte
Erst auf Basis der Struktur entsteht die Gestaltung. Ein Design, das vor der Struktur kommt, sieht oft gut aus und führt schlecht. Parallel werden die Inhalte vorbereitet: bestehende Texte gesichtet und aktualisiert, fehlende ergänzt, alles auf die neue Struktur ausgerichtet. Gute Inhalte sind kein Beiwerk des Relaunches, sondern sein eigentlicher Wert, sie sind es, die später gefunden und gelesen werden. Wer hier nur die alten Texte kopiert, verschenkt die beste Gelegenheit, die Seite inhaltlich nach vorne zu bringen. Es lohnt sich, jeden wichtigen Inhalt einmal zu hinterfragen: Beantwortet er die Frage, mit der Besucher kommen? Ist er aktuell? Und ist er so geschrieben, dass ihn auch jemand findet, der nicht den Fachbegriff kennt, sondern sein Problem in eigenen Worten sucht?
Phase 4: Umsetzung und Migration
Jetzt wird die Seite im neuen System aufgebaut und die Inhalte werden überführt. Das ist mehr als Kopieren: Inhalte werden in die neue Struktur eingepasst, Bilder für das Web optimiert, interne Verlinkungen neu gesetzt. Parallel entsteht aus der URL-Liste der Weiterleitungsplan, für jede alte Adresse das passende neue Ziel. Diese Arbeit unsichtbar und nebenher zu erledigen, ist der häufigste Fehler des gesamten Projekts; sie gehört ins Zentrum, nicht an den Rand. Wie die Inhalte ohne Verlust überführt werden, beschreiben wir gesondert unter Inhalte migrieren ohne Datenverlust.
Phase 5: Der Test vor dem Go-Live
Diese Phase wird am meisten unterschätzt und entscheidet doch über den ruhigen Start. Vor der Umschaltung wird systematisch geprüft: Funktionieren alle Formulare und kommen die Nachrichten an? Stellt sich die Seite auf dem Smartphone genauso sauber dar wie am Schreibtisch? Ist die Ladezeit in Ordnung? Sind die wichtigsten Seiten barrierefrei bedienbar? Und vor allem: Zeigt jede alte Adresse aus dem Weiterleitungsplan tatsächlich auf ihr neues Ziel, direkt, ohne Umweg? Eine gespiegelte Testumgebung, in der man all das vor dem Echtbetrieb durchspielt, ist hier Gold wert; warum sich dieses Spiegeln lohnt, lesen Sie unter Staging und Test vor dem Go-Live.
Phase 6: Go-Live und die ersten Tage
Die Umschaltung selbst ist der unspektakulärste Moment, wenn die fünf Schritte davor stimmen. Wichtiger sind die Tage danach. Die neue Sitemap wird bei der Google Search Console eingereicht, und man beobachtet dort und in den Server-Protokollen, ob Fehlerseiten auftauchen. Ein plötzlicher Anstieg von 404-Fehlern bedeutet fast immer eine Lücke im Weiterleitungsplan, schnell geschlossen, ist der Schaden gering; übersehen, kostet er Sichtbarkeit. Wie diese SEO-Absicherung im Detail funktioniert, steht in Rankings beim Relaunch retten.
Selbst machen oder begleiten lassen?
Vieles davon lässt sich mit Sorgfalt selbst erledigen, gerade bei kleineren Seiten. Die kritischen Punkte (der vollständige Weiterleitungsplan, der saubere Test, die Überwachung nach dem Go-Live) sind aber genau die, bei denen Erfahrung den Unterschied macht, weil hier die teuren Fehler passieren. Eine ehrliche Selbsteinschätzung hilft: Wer die Zeit und das technische Verständnis hat, kann den Plan abarbeiten; wer beides nicht hat, spart an der falschen Stelle, wenn er die Absicherung weglässt.
Wie lange dauert ein Relaunch?
Eine feste Zahl gibt es nicht, weil die Dauer am Umfang hängt, und vor allem an etwas, das viele unterschätzen: an den Entscheidungen. Der technische Aufbau ist heute oft der schnellere Teil; was Zeit frisst, sind das Sichten und Ordnen der Inhalte, das Festlegen der Struktur und die Abstimmungsschleifen, in denen entschieden wird, was bleibt und was geht. Eine kleine, überschaubare Seite lässt sich in wenigen Wochen umziehen, ein großer Auftritt mit vielen Seiten, mehreren Sprachen und besonderen Funktionen braucht eher Monate.
Über die Phasen verteilt sich die Zeit ungleich. Analyse und Konzept sind kürzer, aber prägend, hier werden die Weichen gestellt. Die Umsetzung und Migration ist meist die längste Phase. Test und Go-Live sind kurz, dürfen aber nicht gehetzt werden, weil hier die teuren Fehler entstehen. Ein realistischer Zeitplan plant deshalb Puffer ein, gerade für die Inhalts- und Abstimmungsarbeit, die sich erfahrungsgemäß zieht. Wer den Termin zu eng setzt, spart am Test, und das rächt sich nach dem Go-Live.
Die Kurz-Checkliste zum Abhaken
Verdichtet auf das Wesentliche:
- Vollständige Liste aller alten Adressen erstellt, auch stille Treffer (alte Beiträge, PDFs, Kampagnenseiten)
- Erfasst, welche Seiten ranken und Anfragen bringen
- Neue Struktur aus Besucher-Sicht festgelegt
- Inhalte gesichtet: behalten, zusammenführen, streichen, aktualisieren
- Weiterleitungsplan (alte → neue Adresse) angelegt
- Interne Verlinkungen auf neue Adressen umgestellt
- Formulare, Mobil-Darstellung, Ladezeit, Barrierefreiheit getestet
- Weiterleitungen einzeln geprüft (direkt, keine Ketten)
- Neue Sitemap bei der Google Search Console eingereicht
- Nach dem Go-Live auf Fehlerseiten überwacht
Diese Liste ersetzt keinen erfahrenen Begleiter, aber sie sorgt dafür, dass die Punkte, an denen Relaunches scheitern, nicht vergessen werden. Wir bauen Relaunches genau entlang dieser Abfolge, und behalten die unsichtbaren Schritte, die über die Sichtbarkeit entscheiden, dabei im Blick.
Sie wollen die Checkliste nicht allein abarbeiten? Wir übernehmen den Relaunch von der Analyse bis zum Go-Live. wie wir arbeiten.
Häufige Fragen
Was gehört in eine Website-Relaunch-Checkliste?
Die wichtigsten Punkte: eine vollständige Liste aller alten Adressen, eine Übersicht der rankenden Seiten, die neue Struktur aus Besucher-Sicht, ein Weiterleitungsplan (alt → neu), die Umstellung interner Links, Tests von Formularen, Mobil-Darstellung, Ladezeit und Barrierefreiheit, das Einreichen der Sitemap und die Überwachung auf Fehlerseiten nach dem Go-Live.
Womit beginnt ein Relaunch-Projektplan?
Mit der Analyse-Phase: einer vollständigen Bestandsaufnahme aller bestehenden Adressen und der Frage, welche Seiten ranken und Anfragen bringen. Diese Liste ist die Grundlage dafür, dass beim Umzug keine Adresse und damit keine Sichtbarkeit verloren geht.
Warum ist die Test-Phase so wichtig?
Weil sich die meisten Fehler vor dem Go-Live noch günstig beheben lassen und danach teuer werden. Geprüft werden Formulare, die Darstellung auf dem Smartphone, die Ladezeit, die Barrierefreiheit und vor allem, ob jede alte Adresse sauber auf ihr neues Ziel weiterleitet.
Wie stelle ich die Struktur der neuen Seite auf?
Aus der Perspektive der Besucher, nicht aus dem internen Organigramm. Untersuchungen zur Benutzerführung zeigen, dass Menschen Seiten scannen und Begriffe dort erwarten, wo sie sie vermuten. Eine nutzerzentrierte Navigation entscheidet darüber, ob jemand findet, was er sucht.
Was muss ich nach dem Go-Live beachten?
Die neue Sitemap bei der Google Search Console einreichen und in den ersten Tagen beobachten, ob Fehlerseiten (404) auftauchen. Ein Anstieg deutet fast immer auf eine Lücke im Weiterleitungsplan hin, die schnell geschlossen werden sollte.




