
DAX, MDAX, SDAX 2026: CMS, Consent und etracker im Vergleich
Vor einigen Monaten haben wir gemessen, welches CMS die DAX-, MDAX- und SDAX-Konzerne einsetzen. Diese Erhebung wiederholen wir jetzt mit derselben Methode und erweitern sie um zwei Fragen, die beim ersten Mal offen blieben: Wie viele dieser Unternehmen setzen bereits vor der Cookie-Einwilligung Tracker, und wer nutzt datenschutzfreundliche Analytics statt Google Analytics.
Wie wir gemessen haben
Für jedes der 153 Unternehmen aus DAX, MDAX und SDAX haben wir die Startseite und, sofern erreichbar, bis zu vier Unterseiten (Investor Relations, Karriere, Presse, Nachhaltigkeit) mit einem echten Browser geladen. TYPO3 wurde nur bei eindeutigen Signalen gewertet: dem Generator-Eintrag im Quelltext, TYPO3-spezifischen Pfaden oder dem Frontend-Cookie. Für die Consent-Messung haben wir jede Domain mit einem frischen Cookie-Speicher geladen und erfasst, welche Tracker-Anfragen und Cookies bereits vor jeder Interaktion mit dem Consent-Banner ausgelöst werden. Für die Analytics-Frage haben wir gezielt nach etracker- und Matomo-Signaturen gesucht.
Eine Einschränkung vorweg: Ein Teil der Unternehmen schirmt seine Seiten gegen automatisierte Zugriffe ab, drei Domains in dieser Erhebung waren dadurch nicht oder nur eingeschränkt messbar. Diese Fälle zählen wir nicht als „kein TYPO3", sondern als nicht gemessen.
TYPO3 im Vergleich: stabil bei einem Drittel
In MDAX und SDAX setzen zusammen 34 von 110 erreichbaren Unternehmen TYPO3 ein, knapp ein Drittel. Das ist fast deckungsgleich mit der letzten Erhebung, die 34 von 107 gezählt hatte. Die absolute Zahl hat sich nicht verändert, obwohl DAX, MDAX und SDAX ihre Zusammensetzung von Jahr zu Jahr anpassen und einzelne Unternehmen zwischen den Indizes wechseln, ein Hinweis auf eine strukturell stabile Verankerung von TYPO3 in diesem Unternehmenssegment, nicht auf einen Einzelbefund.
Im DAX zeigt sich diesmal ein deutlicheres Bild als beim ersten Mal: Bei Continental, Daimler Truck, MTU, Porsche SE und Symrise war TYPO3 in dieser Messung bereits auf der geladenen Startseite selbst nachweisbar, nicht nur in Unterbereichen wie Investor Relations oder Karriere. Das kann echte technische Veränderungen widerspiegeln oder daran liegen, dass die Startseite auf eine TYPO3-geführte Landingpage weiterleitet, das lässt sich mit unserer Methode nicht in jedem Fall trennscharf unterscheiden.
Tracking vor der Einwilligung: gut jeder Dritte
Von 151 messbaren Unternehmen haben 58, gut ein Drittel, bereits vor jeder Interaktion mit dem Consent-Banner Tracker-Anfragen oder Tracking-Cookies gesetzt. Rechtlich ist das ohne wirksame Einwilligung problematisch, unabhängig von der Unternehmensgröße. Bei den eingesetzten Consent-Werkzeugen dominiert Usercentrics mit 66 von 151 Fällen, gefolgt von OneTrust mit 22. Ob ein Consent-Tool im Einsatz ist, sagt für sich genommen nichts darüber, ob es auch korrekt konfiguriert ist, das zeigt gerade die Diskrepanz zwischen verbreitetem Banner-Einsatz und verbreitetem Vor-Consent-Tracking.
Datenschutzfreundliche Analytics: die Ausnahme, nicht die Regel
12 der 153 Unternehmen setzen auf etracker, einen deutschen Analytics-Anbieter, der sich cookielos betreiben lässt. 34 weitere nutzen Matomo, das je nach Konfiguration ebenfalls ohne Cookies auskommt. Zusammen sind das rund 30 Prozent, die nicht auf Google Analytics oder vergleichbare US-Dienste setzen, ein Anteil, den wir angesichts der überwiegend noch dominierenden Cloud-Analytics-Anbieter in dieser Größenordnung eher als Ausnahme werten würden, nicht als sich abzeichnenden Trend. Eine belastbare Trendaussage bräuchte einen echten Vorjahreswert für diese beiden Kennzahlen, den wir dieses Mal zum ersten Mal erheben.
Methodische Grenzen
Diese Erhebung ist eine Stichprobe zu einem festen Zeitpunkt, kein kontinuierliches Monitoring. Die Index-Zusammensetzung von DAX, MDAX und SDAX ändert sich jährlich, ein Vorjahresvergleich betrifft damit nicht exakt dieselbe Unternehmensgruppe. Automatisierte Bot-Schutzmaßnahmen einzelner Unternehmen verringern die tatsächlich messbare Grundgesamtheit, und ein Consent-Snapshot bildet nur den Zustand zum Zeitpunkt des Aufrufs ab, nicht mögliche spätere Änderungen an der jeweiligen Website.
Was das bedeutet
TYPO3 bleibt im deutschen Mid- und Small-Cap-Segment fest verankert, mit einem stabilen Anteil von rund einem Drittel über zwei Messzeitpunkte hinweg. Gleichzeitig zeigt die Consent-Messung, dass ein erheblicher Teil auch großer, börsennotierter Unternehmen beim Tracking-Setup noch Nachholbedarf hat, unabhängig vom eingesetzten CMS. Für den Mittelstand, der sich technisch häufig an größeren Vorbildern orientiert, ist beides ein relevanter Anhaltspunkt: TYPO3 ist in guter Gesellschaft, ein Consent-Banner allein ist noch keine korrekte Consent-Umsetzung. Mehr zu unserer Arbeit im gehobenen Mittelstand steht auf der Seite Mittelstand & Industrie, technischen Hintergrund zu unserer Arbeit mit TYPO3 in der Region auf der Seite TYPO3-Agentur Wiesbaden.
Quellen: Eigene Erhebung, CloudWebDevs, September 2026. Werte aus der ersten Erhebung: Welches CMS nutzen DAX-, MDAX- und SDAX-Konzerne?




