
AGNTCon + MCPCon Europe 2026: unser Rückblick auf zwei Tage Amsterdam
Wie in unserem ersten Beitrag zur AGNTCon + MCPCon Europe angekündigt, hier die Fortsetzung: was uns an den zwei Tagen in Amsterdam tatsächlich hängengeblieben ist. Kein vollständiges Protokoll und keine Liste aller Sprecherinnen und Sprecher: aus der Vielzahl an Talks auf der AGNTCon + MCPCon ist das der Ausschnitt, der bei uns am längsten nachgewirkt hat.
Tag 1: der Rahmen für zwei dichte Tage
Die Keynote hat den Ton früh gesetzt, und wir sind mit mehr Ideen aus dem Tag gegangen, als wir erwartet hatten. Am meisten beeindruckt hat uns die Bandbreite: an einem einzigen Tag ging es um den Betrieb von Agenten in großen Umgebungen, um Identitäten und Berechtigungen, und um die Frage, wie man in einem System aus mehreren Agenten überhaupt noch nachvollziehen kann, wer was ausgelöst hat. Dazu kamen Protokolle und Schnittstellen, die rechtliche Seite unter EU-Recht, und Erfahrungsberichte aus Unternehmen, die offen darüber gesprochen haben, was bei ihnen im produktiven Betrieb nicht funktioniert hat.
Der rote Faden für uns: die Frage verschiebt sich. Es geht immer seltener darum, ob ein Modell eine Aufgabe lösen kann. Es geht darum, wie man das verantwortungsvoll betreibt.
Am wichtigsten war uns der Betrieb im großen Maßstab, und direkt daneben die Schnittstelle: MCP und WebMCP werden zu einem zentralen Weg, wie ein Unternehmen oder ein Produkt mit Agenten kommuniziert.
Tag 2: von Software-Fabriken bis zum Getränkeautomaten
Dex Horthy von HumanLayer hat den zweiten Morgen eröffnet und gleich die Messlatte gesetzt, mit seiner Arbeit zu Software-Fabriken und dazu, was es braucht, damit von Agenten geschriebener Code wartbar bleibt.
Aaron Parecki hat, zusammen mit Joey Orlando und Paul Carleton, ID-JAG vorgestellt. Der Ansatz holt den Zugriff von Agenten weg von Einzelfreigaben pro Werkzeug (OAuth-Consent) und zurück zum eigenen Identitätsanbieter des Unternehmens.
Liad Yosef, Mitentwickler von MCP Apps, hat die These eines nahezu kopflosen Webs vertreten: die meisten Websites werden künftig von Agenten genutzt statt von Menschen gelesen, über MCP und andere Datenkanäle. Eine Oberfläche gibt es nur noch dort, wo tatsächlich eine menschliche Entscheidung ansteht. Kopflos, aber mit einem menschlichen Blick am Ende. Das stellt einiges infrage, was wir heute als Frontend-Arbeit bezeichnen.
Liran Tal von Snyk hat gezeigt, wie man einem Coding-Agenten ein Sicherheitsbewusstsein mitgibt: Scans werden über MCP bereitgestellt, sodass der Agent seinen eigenen Output noch prüft und korrigiert, bevor der Code das Arbeitsverzeichnis verlässt.
Den Abschluss hat Floris Fok mit einem Agenten gemacht, der einen Getränkeautomaten betreibt, die kleine, sehr konkrete Version der autonomen Organisation. Nach zwei dichten Tagen hat das alle mit einem Lächeln nach Hause geschickt, und das ist eine eigene Leistung.
Wir sind mit vollem Koffer heimgefahren. Leider ohne Agenten, der ihn trägt, aber mit reichlich Ideen.
Was als Nächstes kommt
In den nächsten Beiträgen gehen wir tiefer: in das größte MCP-Update seit dem Start, in WebMCP und was es für Websites bedeutet, in Agent2Agent und das Zusammenspiel mehrerer Agenten, in die Zahlen aus der Foundation-Umfrage, und in Governance und Absicherung von Agenten-Systemen.




