TYPO3 v14 auf dem Weg zur LTS: Warum wir uns auf PHP 8.3 und striktere Architekturen freuen – Cloud Web Devs

Während v13 LTS bei uns im Produktionsbetrieb extrem stabil läuft, wirft TYPO3 v14 bereits seine Schatten voraus. Für uns als Agentur mit Fokus auf "Industrial Grade Web Development" sind Zwischenreleases (Sprint Releases) essenziell, um unsere CI/CD-Pipelines und Architektur-Patterns frühzeitig anzupassen.

Der Startschuss für die TYPO3 v14 Serie ist gefallen. Während viele Kunden nur das umstrukturierte Backend bemerken werden (Aus "Web" wird "Content", aus "Files" wird "Media"), ist das, was unter der Haube passiert, für uns Entwickler und DevOps-Engineers ein massiver Sprung nach vorn.

Als Agentur für Industrial Grade Web Development haben wir das v14.0 Release seziert. Hier sind die architektonischen Game-Changer.

1. Fluid 5: Das Ende der CDATA-Kopfschmerzen

TYPO3 v14 bringt ein lang ersehntes Upgrade der Template-Engine auf Fluid 5. Das bringt nicht nur ein strikteres Type-Handling, sondern löst eines der nervigsten Probleme bei der Inline-Integration von JavaScript oder CSS in Fluid-Templates:

Dank nativem CDATA-Support können wir rohe Scripte jetzt ohne Konflikte mit geschweiften Klammern schreiben. Fluid ignoriert den Parser-Teil in CDATA, erlaubt uns aber weiterhin, Variablen über die neue Triple-Brace-Syntax {{{ variable }}} zu injizieren.

Zudem bricht Fluid 5 mit der harten Konvention, dass Dateinamen mit Großbuchstaben beginnen müssen. Eine neue Fallback-Chain erlaubt uns die Nutzung dedizierter Dateiendungen wie *.fluid.html. Hinzu kommen extrem nützliche neue ViewHelpers wie <f:pageTitle>, <f:pageMeta> und <f:pageHeader>, mit denen wir Meta-Tags direkt aus dem Template steuern – ohne umständliche TypoScript-Workarounds.

2. Sicherheit und Struktur: Die System Resource API

Bisher wurden Pfade im TYPO3 Core extrem fragmentiert aufgelöst. Das alte EXT: Präfix hat oft zu Inkosistenzen geführt. TYPO3 v14.0 kapselt die Pfadauflösung nun in der neuen System Resource API.

Ressourcen werden strikt über Keywords wie PKG (Extension-Ressourcen), FAL (File Abstraction Layer) oder app (Projektordner) aufgelöst. Das bedeutet für unsere Architektur: Weniger Fehleranfälligkeit bei Security-Audits und eine sauberere Trennung in Composer-basierten Setups, insbesondere wenn wir Assets später über CDNs ausliefern wollen.

3. Extbase: Symfony Validators & PHP Attributes

Für Backend-Entwickler räumt v14 in Extbase massiv auf. Die Unterstützung für die veraltete doctrine/annotations Bibliothek wurde komplett entfernt.

Da TYPO3 v14 nun mindestens PHP 8.2 erfordert (mit Support für 8.3, 8.4 und 8.5), zwingt uns das System zur konsequenten Nutzung von PHP Attributes. Der große Gewinn: Extbase Modelle und Controller unterstützen ab sofort native Symfony Validators. Das reduziert die Notwendigkeit, eigene Custom-Validators für Standard-Szenarien zu schreiben, auf ein absolutes Minimum und vereinheitlicht unser Tooling branchenübergreifend.

4. DevOps & Hosting-Verbesserungen

In unserer GitOps-geprägten Infrastruktur freuen wir uns besonders über die kleinen Quality-of-Life-Updates:

  • Redis-Authentication: TYPO3 unterstützt nun endlich die Authentifizierung via Username und Passwort für den Redis-Cache (wie in Redis v6 eingeführt). Das erhöht die Sicherheit in unseren geteilten Cluster-Umgebungen.
  • CLI-Passwort-Hashes: Das Passwort für das Install Tool kann nun über die TYPO3 CLI generiert werden. Das manuelle Bearbeiten der LocalConfiguration.php beim automatisierten Deployment von neuen Instanzen entfällt.
  • Keine HTTP-Kompression im Core: TYPO3 überlässt die GZIP/Brotli-Kompression nun komplett dem Webserver (Nginx/Varnish). Eine Fehlerquelle weniger, wenn man Performance auf Infrastruktur-Ebene optimiert.

 

Fazit

TYPO3 v14.0 ist ein "Housekeeping"-Release par excellence. Durch das Entfernen alter Zöpfe und das Setzen auf Symfony-Standards wird das CMS berechenbarer und robuster. Wir bereiten unsere Base-Templates bereits auf die neue Fluid-Syntax vor.